Freitag, 28. Dezember 2012

Hat hier wer Faule Eier versteckt?

Der Tag startete mit dem Wecker um 7:30 Uhr. Irgendwie fällt das Aufstehen immer schwerer. Ob es an den dunklen Wolken oder an der Gewöhnung an die Zeitumstellung liegt? Nach dem Aufstehen folgte unser beliebter Morgensport: Anziehen, Frühstücken Packen und Auschecken. Erledigt um 9:15 Uhr. Dann ging die Fahrt los mit Tagesziel „Rotorua“. Allerdings nicht direkt sondern mit Zwischenstopp rund 30 Minuten vor Rotorua. Dort liegt das „WAI-O-TAPU Thermal Wonderland“. Auf dem Weg dorthin konnte man immer wieder an den Straßenrändern sehen wie es dampfte. Und manchmal nicht nur ein wenig sondern recht ordentlich.
Überall dampft es aus der Erde...


So konnte man sich schon ein wenig auf das Thermal Wonderland einstimmen. Es ist ein Geothermalgebiet wo man Neuseelands bunteste Quellenmischung und die derzeit größten Sinterterrassen sehen kann. Überall dampft und kocht es. Und es stinkt nach Schwefel und verfaulten Eiern. Hier war so viel los, das die 200 Pkw-Parkplätze nicht gereicht haben und die Security vor Ort hat die Autos eingeteilt wer auf welcher wiese Parken darf. Jana meinte nur die Lemminge sind schon wieder da…
Für 35 NZ$ ging es hinein ins Wonderland. Bevor ich das jetzt verbal beschreibe, zeige ich euch ein paar Bilder und schreibe dann was dazu:

Hier ist die Erde gut 100°C "warm"

ein paar andere waren auch da...

da unten kochte der Matsch

Da unten Kocht es auch. Aber es stinkt bestialisch.

Warmes Badewasser ;-)

Im Original wunderschön grün.

Überblick über ein zwei Tümpel

Hier Kocht das Wasser...

Ein wunderbarer Grünton im Original...

Wasser und Hitze bauen merkwürdige Skulpturen...


...oder lassen es bunt werden.

Der "Nest Krater". Hier lassen Vögel ihr Eier von der Erdewärme ausbrüten.

Des Teufels Badewanne. Das Wasser wurde wohl schon länger nicht gewechselt...

Nach dem Besuch, der übrigens 2 Stunden dauerte, gab es erst einmal in sicherem Geruchsabstand Mittag. Dann setzten wir unsere Fahrt für 2 Minuten fort. Denn dann kamen schon die „Mud Pools“ Hier gab es noch Kochenden Matsch zu sehen:


Hier Kocht der Matsch.


Im Anschluss ging es nach Rotorua. Aber noch nicht ins Hotel sondern erst einmal einkaufen, da wir unsere Vorräte nur noch für 2-3 Tage anlegen. Dann ging es ins Hotel erst mal den Schwefelgestank los werden. Übrigens, je nach dem, wo man in der Stadt ist, steigt Dampf aus der Erde auf und es riecht so lecker. Wir würden definitiv nicht hier wohnen wollen…

Gegen 18 Uhr begann das Abend Program. Es stand noch ein wenig Maori Kultur an. Es ging zum Hangi und zur Kultur Performance.
Zuerst gab es eine Begrüßung, wo man mit ein paar Maori Grundbegriffen und Worten vertraut gemacht wurde. Im Anschluss wurde der Hangi erklärt und gezeigt. Ein Hangi ist ein Erdofen der mit Hilfe von heißen Steinen das Kochgut gart. Weiter ging es mit der Buffeteröffnung. Bei Livemusik konnte geschlemmt werden. Es gab viele Leckere Sachen. Für mich war das Vanilleeis mit Honigkugeln das Highlight. Ich weiß zwar nicht, ob das Original Maori-Küche ist, aber es war verdammt lecker. Nach dem Essen gab es eine Show zu den Bräuchen und Tänzen der Maori und am Ende konnte noch mitgemacht werden. Wir Männer durften die Grundzüge des Kriegstanzes lernen.
Da will uns wer Angst machen...


Hilft aber nicht. Ich zeig dir wer hier der Boss ist ;-)





Hier versuchen wir uns am Haka, dem Kriegstanz...

Es hat echt Spaß gemacht und war lehrreich…

Die Statistik: Gefahren 180 Km (2 Stunden), Bilder rund 380, 2 Stunden „gewandert“, Wetter ca. 19°C Bewölkt und zeitweise Regen.

Viele Grüße aus Rotorua senden,
Jana & Kai

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Tongariro Alpine Crossing

Die „Tongariro Alpine Crossing“ wird oft als eine der schönsten Tageswanderungen der Welt betitelt, für uns war es heute nur nass, dreckig und neblig. Ich fange mal von vorn an.

Wecker klingeln um 7 Uhr, dann anziehen und frühstücken. Unser Shuttle zum Startpunkt der Alpine Crossing war für 9 Uhr bestellt. Wieso ein Shuttle? Ganz einfach, seit der Vulkaneruption im November 2012 ist ein Teil der Alpine Crossing gesperrt, so dass man nur bis zur Hälfte laufen kann und dann zurück muss. Auf dem gesperrten Teil des Trails besteht bei passendem Wind die Gefahr, dass man durch giftige Gase, die der Vulkan noch ausstößt den Löffel abgibt. Nun jedenfalls hat man den Parkplatz, wo der Trail beginnt, für Fahrzeuge gesperrt und nur Shuttle-Busse dürfen dort hin. Das hat den Hintergrund, dass man sich im Bus in eine Liste eintragen muss, so das am Nachmittag abgehakt werden kann wer zurück ist und wer nicht. Wenn man sich am letzten Bus nicht blicken lässt, wird man erst angerufen und wenn das auch nicht klappt, macht sich der Suchtrupp auf die Socken. Ihr seht, man hat hier am aktiven Vulkan schon ganz genau ein Auge darauf, dass niemand auf dem Berg bleibt.
Jedenfalls waren wir heute, aufgrund der guten Vorbereitungen gestern Abend, schon um kurz vor 8 Uhr fertig. Da die Shuttle um 7, 8 und 9 Uhr fahren, sind wir einfach mal mit raus und haben gefragt, ob wir nicht jetzt schon mitfahren können. Da wir nur zu zweit waren, und im Bus noch zwei Plätze frei waren, konnten wir mit. So waren wir um 8:30 Uhr am Startpunkt der Wanderung. Damit kommen wir zum nächsten wichtigen Punkt - dem Wetter. Gestern Abend im Visitor Center stand im Wetterbericht für heute früh leichte Schauer, dann wird es besser. Da wir leichte Schauer hatten, haben wir unsere Regenkleidung angelegt. Andere sind in Jeans oder gar kurze Hose und T-Shirt losgelaufen. Turnschuhe scheinen für eine Wanderung auf harten, spitzkantigen Vulkangestein auch auszureichen. Und Kopfbedeckung: was ist das denn, braucht man die bei Regen?
Die Massen gingen alle den Berg hinauf. Das sah aus wie eine Horde Lemminge und jeder wollte der erste sein.



Nach gut einer Stunde sind wir am Ende der ersten Etappe in „Soda Springs“ angekommen. Hier haben die ersten Turnschuhwanderer aufgegeben und sind zurück. Einige „Lemminge“ mutierten nun zu pumpenden Maikäfern, weil der Anstieg nun richtig steil hoch ging. Sie blieben am Hang hängen. Auf der zweiten Etappe zum „South Crater“ lies der Regen nicht nach, sondern wurde noch mehr. Das und der steile Anstieg hat noch einmal gut aussortiert. Viele die nicht entsprechend ausgerüstet waren, drehten um. Nach rund einer Stunde waren wir im strömenden Regen am South Crater angekommen, Sicht gleich null - überall Nebel. Teilweise konnte man nur noch die nächste Wegmarkierung erkennen. Da wir am Vulkan wandern, liegt natürlich auch entsprechend viel „Dreck“ herum, mit dem man sich bei dem Wetter einsauen kann. Dann ging es mit ein paar kleinen Klettereinlagen hinauf zum „Red Crater“, dem Endpunkt der Wanderung. Da geht es an der Flanke des Vulkankraters hinauf und dort liegt viel kleines Geröll herum, was teilweise dafür sorgt, das man einen Schritt nach vorn und einen halben zurück macht. Auf dieser Etappe wurden wir auch von einem schönen Schwefelgeruch bzw. einem Geruch von faulen Eiern begleitet. Nach rund einer Stunde sind wir auch dort oben angekommen. Immer noch Regen und null Sicht. Was soll’s, da wir so wie so gerade Mittagszeit hatten, gab es erst einmal Mittag in Gipfelnähe. Beim Abstieg zum South Crater lies der Regen dann nach und hörte schließlich auf. Kurz darauf riss der Nebel auf und gab ein wenig Sicht frei, so dass man ein wenig erahnen konnte, was es um einen herum so zu sehen gibt.

Man sieht überhaupt nichts...




... und plötzlich klart es auf



Hilfe der Vulkan raucht...


Lavagestein


Alle wollen zurück...

Was muss man tun, wenn der Vulkan ausbricht? (Beschreibung im Hotelzimmer)

Panorama am Southcrater

Beim weiteren Abstieg fing es wieder an zu Regnen und das sollte bis zum Ende der Wanderung auch nicht mehr anders werden. Als wir wieder am Ausgangpunkt waren, standen unter dem Dach, wo wir am Morgen unser Regenkleidung angelegt hatten, mehr Menschen als eigentlich darunter passen: die Lemminge waren zurück :) Wir hatten nun noch rund 20 Minuten bis zum Bus-Shuttle und die stellten wir uns in den Regen. In genau diesen 20 Minuten hörte es doch tatsächlich auf zu regnen - ach wie toll. Wir waren wenigstens so weit trocken, mit Ausnahme der Jacken und Regenhosen. Die Rucksäcke waren nach fast 6 Stunden Dauerregen trotz Regenüberzug auch durchgeweicht. Andere waren Nass bis auf die Knochen und haben entsprechend gefroren. Schlecht vorbereitet kann man da nur sagen. Nach dem Aufhängen der Regensachen ging es noch einmal ins Visitor Center, um sich einmal in Ruhe umzuschauen, da wir gestern nur kurz alles für die heutige Wanderung abgeklärt hatten. Dort gab es recht viel über Vulkane zu sehen und zu lesen.

Im Anschluss gab es dann Abendbrot und so langsam heißt es Sachen packen, denn Morgen geht es wieder ins nächste Hotel.

Die Statistik: Gefahren 0 Km, Bilder rund 110, 6 Stunden gewandert, Wetter ca. 18°C und Regen.

Viele Grüße vom nassen Vulkan senden
Jana & Kai

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Auf zum „Tongariro National Park“

Wecken erst um 7:30 Uhr, wir haben heute Morgen nicht so viel Zeitstress. Dann der Übliche Morgensport (Aufstehen, Frühstücken, Packen, Auschecken). Allerdings blieb das Auto noch ein wenig in der Tiefgarage(dafür mussten wir nicht einmal extra Zahlen), denn es war ein Stadtrundgang angesagt.
Wellington gestern Nacht

Wellington gestern Nacht


Ein Stückchen Fußgängerzone

Ziel war das „Te Papa Tongarewa“ (New Zealand National Museum). Der Weg war nur 1,6 Km lang und führte uns durch die Fußgängerzone. Hier war um 9:45 Uhr noch fast nichts los. Ob das am „Boxing Day“ (2. Weihnachtsfeiertag) liegt? Am Museum sind wir um kurz vor 10 Uhr. Es ist relativ Modern, von außen wie von innen. Es wurde für 317 Mio. NZ$ gebaut und ist mit modernster Multimediatechnik ausgestattet. Und das Beste ist: Freier Eintritt. Es wird lediglich um eine Spende gebeten. Das Museum ist riesig und wir müssen schnell einsehen, dass 2 Stunden Zeit viel zu wenig sind. Wenn man sich das ganze Museum in Ruhe anschauen möchte, sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen. Für ein schnellen Besuch reicht sicherlich auch ein halber. Da wir nur 2 Stunden hatten, haben wir uns auf die Flora und Fauna von Neuseeland und auf die Maori Kultur konzentriert. Nebenbei haben wir noch das Thema Tektonische Platten und Erdbeben gestreift. Es gibt im Museum sogar einen kleinen Erdbebensimulator. Das ist ein kleines Haus, in das man gehen und sich durchschütteln lassen kann. Ich sage zum Museum: „echt sehenswert!“.


Kiwis überall Kiwis


Interaktive Karte. Beim Betreten der Karte, werden die Infos an der Wand angezeigt.

Ein kleines "Maori Kanu"

Maori Haus


Kurz vor 12 Uhr ging es zurück zum Auto (jetzt war in der Stadt auch viel mehr los) und auf in Richtung „Tongariro National Park“. Vor der „großen“ Fahrt gab es noch einen kurzen Zwischenstopp um die Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen und um Mittag zu essen. Dann wurden die verbleibenden 3,5 Stunden durchgefahren. Unterwegs wechselte das Wetter von Sonnenschein auf Wolkenbruch.

Ein wenig schlechts Wetter...


Ein kleines Schloss am Vulkan.

Um 17:55 Uhr kamen wir noch gerade rechtzeitig am Visitor Center des Nationalparks an um die Infos für die morgige Beschäftigung einzuholen. Was genau verraten wir noch nicht…

Dann hieß es Hotelzimmer beziehen. Heute würde ich sagen: "klein und nicht so fein", aber was soll‘s, wir schlafen ja hier nur und sind tagsüber unterwegs. Wenn man im Nationalpark wohnt muss man halt Abstriche machen. Nach dem Abendbrot liefen die Vorbereitungen für morgen an und dann hieß es schon Bettfertig machen, denn der Tag neigt sich dem Ende.

Die Statistik: Gefahren 360 Km (4 Stunden), Bilder rund 120, 1 Stunde „gewandert“, Wetter 30°C Sonne ab Nachmittag 16°C und Regen.
Gute Nacht vom Hang eines aktiven Vulkans sagen
Jana & Kai