Mittwoch, 6. Juli 2016

Die wilden Tiere im äußersten Nordwesten

Da uns der Jetlag ja nun schon ein paar Tage verlassen hat und wir damit immer weniger Lust auf frühes Aufstehen haben, ging es heute erst gegen 8 Uhr aus den Federn. Da auch heute das Frühstück nicht inklusive war, ging es kurzerhand über die Straße ins Restaurant. Endlich mal ein ordentliches amerikanisches Frühstück.
 
Dann schnell zurück ins Hotelzimmer, Rucksäcke und die Kühlbox packen. Da in der Kühlbox ebbe herrschte, ging es gleich noch schnell zum Einkaufen um die Vorräte wieder aufzustocken. Dann ging es endlich in Richtung des Tagesziels. Heute stand die nordwestlichste Ecke der USA auf dem Programm. Auch bekannt als „Cape Flattery“. Um dort hin zu kommen muss man aus Forks noch einmal 1,5 Stunden fahren. Aus anderen Reiseberichten wusste ich, dass unsere Chancen auf der Strecke einen Weißkopfseeadler zu sehen nicht schlecht stehen. Deshalb wurde die Beifahrerin instruiert Ausschau zu halten. Kurz hinter Sekiu kam prompt der Befehl zu stoppen „Da steht einer im Wasser, halt an“. Also schnell den Anker geworfen und rechts rangefahren. Leider waren wir schon zu weit, um noch ein halbwegs brauchbares Bild zu bekommen. Also rein ins Auto und an der nächsten Wendemöglichkeit gedreht und gehofft, dass der Vogel noch da sitzt. Parallel dazu noch das große Objektiv an der Kamera montieren… Wieder an der Stelle angekommen, sitzt er noch brav auf seinem Stein. Da hier auf der Seite der Straße keine Möglichkeit besteht zu parken, wird nur kurz angehalten, um die Beifahrerin samt Kamera „abzuwerfen“. Ich fahre weiter um wieder rumzudrehen. Jana ist währenddessen schon mit Fotos machen beschäftigt. Als ich dann endlich wieder ankam, hatte unser Adler immer noch die Ruhe weg und saß auf dem Stein, so dass ich ihn endlich auch live anschauen konnte. Das einzige Manko war, dass er immer noch sehr weit weg saß.
 
Dann flog er auf und in einen Baum nahe der Straße. Wir mit dem Auto hinterher. Da er aber relativ tief im Baum saß, fühlte er sich gestört von unserem Anhalten und verzog sich, so dass wir ihn nicht mehr sehen konnten. Na ja, immerhin hatten wir ein paar Bilder und das Wappentier live gesehen. Wir setzten unsere Fahrt Richtung „Cape Flattery“ fort. Weniger als einen Kilometer weiter kam vom Beifahrersitz die Ansage „Da fliegt noch einer!“. Wir dann natürlich hinterher. Da er sich in der Nähe in einen Baum setzte, parkten wir gleich in der Nähe (zum Glück gab es da gleich eine Bucht zum Anhalten) und es ging am Strand entlang, „auf die Jagd“. Leider konnte Jana nur noch zuschauen, wie der Adler davon flog und sich nicht fotografieren lassen wollte. Ich kam erst in dem Moment am Strand an, da ich noch ordentlich eingeparkt hatte und wunderte mich, warum Jana von mir weg schaute, obwohl der (oder besser ein) Weißkopfseeadler direkt über mich hinweg flog und sich in der Nähe auf einen Baum setzte. Da dieser Adler vorerst nicht mehr weg flog, konnten wir nun in Ruhe Fotos machen. Zur Feier des Tages flog er dann noch eine Runde über uns und setzte sich zurück in den Baum. Kaum saß er wieder im Baum, flog der nächste durch die Luft und am Ende hatten wir in Summe 4 Weißkopfseeadler auf weniger als einem Kilometer Straße vor der Linse. Nun aber genug geschrieben. Hier die besten Bilder:
 
 
 
 
Weiter ging dann die Fahrt, denn das Ziel war noch immer das „Cape Flattery“. Kurz noch am Makah Museum anhalten, denn wir benötigen wieder einmal ein Permit, um dort parken zu dürfen. Während anderswo das Tagesticket 10 Dollar kostet, bekommt man hier für 10 Dollar einen Jahrespass. Okay nun geht es aber endlich zum „Cape Flattery“. Nach nur 15 Minuten Fahrt, sind wir auch schon am Beginn des Trails angekommen und nun kann die rund 1 km lange Wanderung pünktlich um 12:15 Uhr beginnen. Die Wanderung selbst dauert nicht lange, aber es ist viel los und für die guten Fotospots muss man anstehen.
 
 
 
 
 
 
 
Man konnte Victoria Island (Kanada) sehen.
Da wir neben den Fotos auch noch ein Mittagspicknick machten, waren wir erst um 14:30 Uhr zurück am Auto. Da wir ja nun den Permit haben und einmal da sind, geht es gleich noch weiter zum „Shi Shi Beach“. Nach rund 30 Minuten Fahrt sind wir am Trailhead angekommen. Hier ist der Weg zum Strand aber mit gut 3 km ein wenig länger und auch schwieriger, da ein Höhenunterschied zu überwinden ist. Nichtsdestotrotz haben wir die Strecke in gut einer Stunde geschafft und sind am „Shi Shi Beach“ angekommen. Der Sand ist echt genial und die Landschaft auch nicht schlecht und so haben wir dort eine Stunde am Strand verbracht, bevor es zurück zum Auto ging.
 
 
Auch der Rückweg war in gut einer Stunde absolviert und es ging zurück zum Hotel, da es schon wieder 19 Uhr war und noch 75 Minuten Fahrt vor uns lagen. Auf dem Heimweg haben wir noch einmal gestoppt, wo wir am Morgen die Weißkopfseeadler gesichtet hatten. Und tatsächlich saß einer wieder auf dem Baum und schaute auf's Meer nach seinem Abendbrot. Denn es war wie schon am Morgen gerade Ebbe. Leider gab es dann keine schönen Bilder mehr, da die Sonne so ungünstig stand, dass nur Gegenlichtaufnahmen möglich waren. Das Hotel hatten wir gegen 20:15 Uhr erreicht. Damit war der Tag auch so gut wie um. Zum Abendbrot gab es heute einen „Nudeltopf“, da wir beide keine Lust mehr hatten noch Essen zu gehen.
Bevor ich für heute schließe, möchte ich euch noch kurz unsere anderen Wildtier-Sichtungen des Tages präsentieren:
Krabbe
 
Krabbe
 
Krabbe
 
Verschiedenste Schneckenarten
 
Verschiedenste Entenarten
 
Kormoran
 
Kalifornische Möwe
 

Amerikanischer Rotschwanz
 
Streifenhörnchen
Die Statistik: Die Fahrzeit war heute rund 3 Stunden, gefahren sind wir rund 110 Meilen, gewandert sind wir rund drei Stunden, Bilder sind 450 entstanden und das Wetter war mit rund 22 °C, und praktisch den ganzen Tag Sonne, sehr angenehm.

Wir träumen jetzt von Adlern und sagen gute Nacht,
Jana & Kai

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